Vertiefende Infos Traumatherapie

Vertiefende Informationen zur Traumatherapie

Auf dieser Seite finden Sie ausführliche Informationen zum Ablauf und auch zu meinen Methoden, die ich in der Traumatherapie anwende. 

Falls Sie weiterführende Fragen haben, schreiben Sie mir gerne jeder Zeit eine Mail.

Ablauf der Traumatherapie

1. Kennenlernen

Die Basis einer erfolgreichen Psychotherapie ist eine vertrauensvolle Ebene. Sie lernen mich kennen, ich lerne Sie kennen.

Gleichzeitig schauen wir uns an in welchen Situationen und wie genau Sie unter Ihren Symptomen leiden. Symptome von Traumafolgeerkrankungen können vielseitig sein. Ein Ziel ist es, Ihr Verständnis für Ihre Erkrankung zu steigern – also: Wie genau entsteht eine PTBS im Allgemeinen, wie war es bei mir? Was sind meine Trigger? Wie merke ich frühzeitig aufsteigende starke Gefühle?

2. Stabilisierung

Ich bin überzeugt, dass Sie bereits heute über zahlreiche Ressourcen verfügen, denn Sie haben etwas wirklich Schlimmes überlebt und suchen sich jetzt selbstfürsoglich Hilfe. 

Manchmal sind diese Ressourcen aber nicht mehr so präsent, oder man hat sie lange nicht genutzt. Hier ist das Ziel Ressourcen wieder zu entdecken und vielleicht auch etwas Neues dazu zu lernen. 

Ein wichtiger Bestandteil dieser Therapiephase ist die Schaffung einer guten Emotionsregulation, um bspw. Dissoziation und Selbstverletzendes Verhalten zu reduzieren und einen Umgang mit Flashbacks zu entwickeln. 

3. Konfrontation

Die Konfrontation mit Traumainhalten, ist je nach gewählter Methode etwas verschieden und findet ausschließlich in der Einzeltherapie statt. Hierbei bestimmt der*die Patinet*in das Tempo. Dabei spielen unterschiedliche traumaspezifische Gefühle eine wichtige Rolle, die individuell versorgt werden. 

Manchmal kommen Erinnerungen zurück. Manchmal traut man sich zum ersten Mal ein schwieriges Gefühl, eine schwierige Körperreaktion auszusprechen. So kann das Geschehene verarbeitet werden.

Ziel aller Methoden ist Empowerment.

4. Empowerment

Jetzt geht es darum, anzuerkennen, dass das Erlebte Teil Ihrer Biografie ist – das ist oft ein Prozess, der mit Traurigkeit einhergeht. 

Es geht aber auch darum, wer Sie alles noch sind:

  • Welche Bedürfnisse wollen Sie endlich wieder ausleben? Was ist Ihnen wirklich wichtig?
  • Welche Stärken haben Sie? Was können Sie wirklich gut? Und wo wollen Sich sich mehr Pausen genehmigen?
  • Wo soll es in Ihrem Leben hin gehen? Und mit wem?
  • und Vieles mehr...

Methoden erklärt

Das bedeuten die Trauma-Therapiemethoden ganz praktisch:

  • Bei der Prolongierten Exposition nähern wir uns gemeinsam und schrittweise den belastenden Erinnerungen und Situationen an, die Sie bisher vermieden haben. Durch das wiederholte, kontrollierte Erinnern in einem sicheren Rahmen verliert das Trauma nach und nach seine Macht über Sie – Ihr Nervensystem lernt: "Es ist vorbei, ich bin jetzt sicher."
     
  • Die DBT-PTBS verbindet traumafokussierte Arbeit mit Techniken zur Emotionsregulation – ideal für Menschen, die neben dem Trauma auch starke innere Anspannung, Selbstverletzung oder Suizidalität kennen. Zuerst erarbeiten wir gemeinsam Stabilität und Sicherheit, bevor wir uns dem Trauma selbst zuwenden – immer in Ihrem Tempo.
     
  • Bei EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) werden belastende Erinnerungen verarbeitet, während Sie gleichzeitig einem rhythmischen Reiz folgen – zum Beispiel den Augenbewegungen meiner Hand. Diese Ablenkung hilft dem Gehirn, das Erlebte neu zu verarbeiten und emotional zu entkoppeln, sodass die Erinnerung zwar bleibt, aber nicht mehr so schmerzhaft ist.
     
  • Bei der IRRT (Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy) tauchen wir in der Vorstellung kurz in eine belastende Erinnerung ein – und verändern sie dann aktiv. Sie bekommen in der Imagination das, was damals fehlte: Schutz, Gerechtigkeit oder Fürsorge. Das klingt ungewöhnlich, wirkt aber tief, weil unser Gehirn auf lebhafte innere Bilder ähnlich reagiert wie auf echte Erlebnisse.
     
  • Beim CRIM (Competitive Memory Training) werden negative Selbstbilder, die durch das Trauma entstanden sind – zum Beispiel "Ich bin schwach" oder "Ich bin schuld" – aktiv durch positive Gegenbilder ersetzt. Durch gezieltes Üben wird das neue, stärkende Selbstbild im Gedächtnis immer präsenter, bis es das alte verdrängt.
     
  • Bei der NET (Narrative Expositionstherapie) erzählen wir gemeinsam Ihre Lebensgeschichte – von Anfang bis heute. Traumatische Erlebnisse werden dabei in den Gesamtkontext Ihres Lebens eingebettet, sodass sie nicht länger wie losgelöste, überwältigende Fragmente wirken, sondern zu einem verarbeiteten Teil Ihrer Geschichte werden.

 

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.